Neue Ideen

Oktober 9, 2009 at 11:55 (Aktuelles Geschehen, Gedanken) (, , , , , , )

Einer der Gründe, warum ich hier schon seit einiger Weile nicht mehr regelmäßig schreibe (und teilweise vorher auch nur sporadisch) ist nicht etwa, dass ich furchtbar beschäftigt bin. Verglichen mit auch schon, zum Beispiel vor etwa einem Jahr, ist es erstaunlich wenig. Nein, ich weiß manchmal einfach nicht, worüber ich schreiben soll, besonders seit ich aus England wieder da bin. Also habe ich beschlossen, zu einer Idee zurückzukehren, die sich das erste Mal sicher schon vor mehreren Monaten bei mir eingeschlichen hat. Ganz einfach formuliert: Ich will den Themenkreis dieses Blogs ausweiten, und ich habe nachgedacht.

Es ist ja nicht so, als ob ich ein hochgradig politischer Mensch wäre. Parteien und Extempositionen egal welcher Art sind mir grundsätzlich suspekt, und die Katze mit dem Parteiprogramm im Sack kaufen will ich auch nicht. Überhaupt, Clubs und dergleichen – gerne, aber nur wenn mir die Leute zusagen, und sie halbwegs ihren Zweck erfüllen. Das ist unter anderem der Grund, warum ich nie ernsthaft erwägt habe, in irgendeine Partei einzutreten, oder mich sonstwie zu engagieren; FS und Debating einmal ausgenommen.

Für Letzteres investiere ich auch immernoch gerne Zeit, sofern das eben möglich ist, wenn die Wettbewerbe unter der Woche und im Semester stattfinden und/oder einen gewissen finanzielles Aufwand meinerseits erfordern, z.B. um als Coach irgendwohin zu fahren. Und die vielen netten (und internationalen ^^) Leute entschädigen auch definitiv dafür, dass die Organisation der Events immernoch nicht immer so super klappt. Also gerne weiter.

Bei der FS bin ich mir allerdings nicht sicher, ob ich nach meiner fast einjährigen Pause wieder einsteigen will. Ich bin zwar immernoch der Meinung, dass Hochschulpolitik an sich und fächerspeziefisch wichtig ist, aber die Tatsache, dass teilweise eigentlich schon lange abgeschlossene Grundsatzdiskussionen immer wieder neu aufgewärmt werden, sobald das entsprechende Thema wieder auf den Tisch kommt, nervt mich schon ziemlich. Idealismus in allen Ehren, den hab ich ja auch, aber doch bitte nicht ausschließlich. Es muss ja auch nicht reiner Pragmatismus sein, der gleitet doch zu leicht ins Opportunistische ab. So ein Mittelweg wäre nett, und dann könnte man sicher auch entsprechend mit den Dozenten diskutieren. Konfrontationskurs hilft nicht, aber egal.

Hier habe ich noch keine Entscheidung getroffen, und vermutlich werde ich es davon abhängig machen, welches Gefühl ich habe, wenn ich im Semester dann das erste Mal wieder in eine Sitzung gehe. Mit den netten Leuten da kann ich mich im Zweifelsfall ja auch wann anders treffen.

Jetzt aber zurück zum eigentlichen Thema: Ich habe mir schon eine Weile überlegt, hier meinen Senf abzugeben, wenn mir grade zum aktuellen Tagesgeschehen was einfällt; und ich denke, das werde ich auch in Zukunft des öfteren tun. Und noch eine Bitte: Warnt mich, wenn es zu langweilig wird oder irgendwie ins Polemische abrutscht. ^^

Permalink Kommentar schreiben

Arbeit

September 23, 2009 at 13:10 (Arbeit, Uni) (, , , , )

Ja, noch eine Neuerung (und Verbesserung) zum neuen Semester:

Ich habe tatsächlich eine HiWi – Stelle beim Institut für Sprachwissenschaft gefunden. Dort darf ich jetzt mit einem Computerprogramm Anaphern annotieren, also – einfach gesagt – Referenzen in Zeitungsartikeln. Linguisten wissen, was gemeint ist; alle anderen können hier nachschauen. Der Wikipedia-Eintrag ist zugegebenermaßen nicht gigantisch, aber der deutsche ist noch wesentlich schlechter, und um mir aus diversen Fachbüchern eine allgemein verständliche Definition zusammenzudestillieren fehlt mir momentan einfach die Energie. Beworben hatte ich mich auf die Stelle auch schon letzten Sommer, stand dann aber wegen Praxis- und Auslandssemester auf der Warteliste.

Überhaupt bin ich in letzter Zeit immer wechselweise extrem gut und extrem mies drauf, und die Tatsache, dass wir zu Hause immernoch kein Internet haben hilft nicht unbedingt, um meine Blog- und Emailbeantwort-Motivation sonderlich zu fördern. Konzentration ist auch mies, und mein Kaffee- und Teeverbrauch wieder viel zu hoch. Na ja. Es wird, es wird. Zumindest ist mein Stundenplan – bis auf Griechisch – fast fertig.

[EDIT 9.10.09] Bei den Stimmungsschwankungen und den Konzentrationsproblemen weiß ich mittlerweile woher sie kommen; mein Dad (der ist Arzt, für alle, dies nicht wissen ^^) hat letzte Woche bei mir eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt. Und wenn mein Körper auf grund fehlender Hormone der Meinung ist, meinen Stoffwechsel runterschalten zu müssen, ist es eigentlich kein Wunder, dass ich dauernd schlapp bin….

Permalink Kommentar schreiben

Umzug

September 16, 2009 at 20:31 (Allgemein, Wohnen) (, , )

Eigentlich war das ja nicht so geplant, das muss ich schon zugeben.

Eigentlich wollte ich, bevor ich nach England gefahren bin, meinen Kram in Kisten packen und diese bei meinen Eltern lagern (Auspacken war zu viel Arbeit, und in meinem Zimmer nicht genug Platz).

Aber wie heißt es so schön: „Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.“ Sorry, die korrekte Quellenangabe konnte ich so auf die Schnelle dann doch nicht auftreiben. ^^

Jedenfalls sind wir jetzt schon wieder umgezogen, und bei mir ist das seit Studienbeginn auch schon das vierte Mal, in drei Jahren. Und da ist der beinahe -Umzug namens England noch nicht einmal mitgerechnet. Im Gegensatz zu den ersten beiden Malen (größere Wohnung und Abriss derselben) waren die Gründe diesmal auch eher vielfältig und wenig angenehm – und hatten mehrheitlich mit unseren Vermietern zu tun.

Nachdem wir schon kurz nach Einzug (letztes Jahr im Juli) erstmals gefragt wurden, ob wir auch regelmäßig lüften – als ich ca drei Wochen alleine in der Wohnung war und mich dementsprechend kaum bemerkbar gemacht habe – kamen unsere Vermieter danach noch mehrmals mit den teilweise absurdesten Anliegen (besonders solche, die sie nichts angehen!). Zum Beispiel darüber, dass wir Gäste haben, die man auch abends um elf (danach fährt erst mal kein Bus mehr) verabschieden muss. Oder dass der Freund der Mitbewohnerin abends klingelt. Wenn der dann aber einen Schlüssel haben will, um eben dieses Klingeln zu vermeiden, werden wir gefragt, ob er heimlich eingezogen ist. Selbiges auch beim nächsten Freund ein halbes Jahr später (diesmal allerdings ohne Schlüssel). Und über Gespräche beim Abendessen kann man sich beschweren, gleichzeitig aber Samstag morgens in der Werkstatt direkt neben meinem Zimmer Fliesen sägen. Dazu muss man wissen, dass die Wohnung nicht nur extrem schlecht wärmeisoliert ist, sondern selbiges auch für Schall gilt. Ganz davon abgesehen, dass es sogar im Herbst in der Wohnung teilweise kälter ist als draußen, und im „Trockenkeller“ die Wäsche auch nach drei Tagen noch feucht ist. Fantastisches Wohngefühl also, neben der quasi-Überwachung der Vermieter und dem aberwitzigen Vorschlag, beim Auszug meiner Mitbewohnerin zum Auslandssemester das Zimmer zuschließen zu wollen (nachdem man uns beim Einzug versichert hat, dass Zwischenmieter wegen Auslandssemester kein Problem ist, so lange die Miete rechtzeitig ankommt und wir uns nicht zoffen). Die Miete wollten sie zwar reduzieren, die Nebenkosten aber für zwei Leute genau gleich abrechnen wie für drei. Und das wäre dann selbst für T.er Wohnverhältnisse etwas teuer geworden für meine Schwester und mich.

Also Kündigung bis Ende September, und glücklicherweise gleich eine neue Wohnung gefunden, die einem Studienfreund unseres Vaters gehört. Mit Küche, Bad mit Badewanne, Balkon und Teppich, und schön kuschlig warm. Und von den Mitbewohnern im Mehrfamilienhaus hört man auch nichts, da der Architekt – wie mein Vater sagte – ein „Isolierungsfanatiker“ war. ^^ Ja, das hätte ich gerne öfters so, zumal das Zusammenleben mit L. auch klappt und unsere Küche jetzt extrem gut ausgestattet ist. Besonders mit Tee. K. meinte, wir können fast die Boston Tea Party nachspielen, und so unrecht hat er gar nicht. Das Schiffsfeeling ist nämlich auch schon da, dank tonnenweise Postkarten, kitschigen englischen Teetassen und entsprechend seltsamen Bewohnern.

Die Umgebung ist auch regelrecht idyllisch (neues Wohngebiet eben), nur zum Supermarkt und der Bank braucht man den Bus oder das Fahrrad, und der Berg ist für so untrainierte Menschen wie mich auch nicht so nett. Besonders da ich grade noch kein Semesterticket habe und nicht jedes Mal den Bus zahlen will. Na ja, das gibt sich auch Ende des Monats. Bisher bin ich also voll zufrieden; in der anderen Wohnugn habe ich mich seit England sowieso nicht mehr zuhausegefühlt, und mein neues Zimmer wirkt auch größer, dank besserer Aufteilung. Quadratmetertechnisch komme ich sicher über 10 m² immernoch nicht hinaus, aber was solls. ;-)

Jetzt sollte nur noch das Internet funktionieren, momentan bin ich nämlich in der Bib. Gestern war ein netter Installateur da (nachdem wir als Umzugstermin schon den 5. 9. angegeben hatten, früher hatte aber keiner Zeit), aber der muss erst mal in anderthalb Wochen nochmal wiederkommen, da er noch „ein Kästle“ um den Anschluss im Keller machen muss und das in der richtigen Größe erst bestellt werden muss. Keine Ahnung, was er damit meinte, genauer hat er sich nicht ausgedrückt. Also Bib fürs Internet, und definitiv nur eine Notlösung. Komisch, dass mir das die ersten drei Semester (oder so, als ich kein Internet zu Hause hatte) nicht auf die Nerven ging. Na ja.

Permalink 2 Kommentare

Arabisch

August 2, 2009 at 19:20 (Projekte) (, , , , , )

Da ich mittlerweile schon seit (fast) anderthalb Wochen hier im LSI in Bochum bin, um Arabisch zu lernen, dachte ich, es wäre mal Zeit, euch an meinen Erfahrungen, Erkenntnissen und sonstigen Erlebnissen teilhaben zu lassen.

Untergebracht bin ich im institutseigenen Wohnheim, das allerdings von der Zimmerausstattung und der Qualität des Frühstücks her schon fast Hotelniveau hat. Frühstück ist wie schon gesagt sehr reichlich und sehr gut, aber leider viel zu früh (7.15 bis 8.30). Mittags und Abends kann ich – normalerweise zusammen mit anderen Kursteilnehmern – in der komplett neuen und super ausgestatteten Küche im Haus was kochen, oder in die Mensa der Ruhr-Uni gehen, die auch wesentlich besser (und dabei günstiger!) ist als die in Tübingen. Zum Glück muss ich den Kurs dank Studienstiftung nicht selber zahlen, der ist nämlich eigentlich auch ohne Unterbringung schon ausgesprochen teuer.

Der Unterricht geht Wochentags von 8.30 bis 12.00 Uhr und von 13.30 bis 16.00, mit Pausen dazwischen und allen zwei Tagen der Möglichkeit, das Gelernte in einer Nachbereitungsstunde nochmal zu vertiefen. Samstags sind Kurse von 8.30 bis 12.00 Uhr, Sonntags ist frei. Die Lehrer sind sowohl Deutsche als auch Muttersprachler, was, wie ich finde, eine sehr gute Mischung ist. Natürlich haben wir auch noch Hausaufgaben und müssen Vokabeln lernen; und das ist auch der Grund, warum ich gerade kaum freie Zeit habe. Essen kochen und Einkaufen frisst auch noch Zeit, besonders da es eher schwierig ist, sich zu viert auf was zu Essen zu einigen, das nicht nur eine Maggi Fix-Tüte ist.

Immerhin wurde mein Semesterbericht für die Studienstiftung letztes Wochenende fertig, und da meine Vokabelkarten für die letzte Woche auch auf dem neuesten Stand sind (wenn auch noch nicht alle gelernt), habe ich jetzt etwas Zeit, über die arabische Sprache zu philosophieren.

Anfangs hatte ich die Befürchtung, die Einzige zu sein, die den Kurs aus purem Interesse (ursprünglich auch aus der Angst vor Langeweile in den dreimonatigen Semesterferien – natülich völlig unbegründet! ^^ – heraus) gewählt hat, aber dem ist anscheinend nicht so. Grob geschätzt hatten etwa 25 – 40 % der Teilnehmer den gleichen Motivationsgrund wie ich, was ich sehr beruhigend finde. Ich stelle allerdings fest, dass bei mir mit dem Interesse an der Sprache auch gleichzeitg das Interesse an den entsprechenden Ländern geweckt wird.

Was die Sprache selber angeht, hatte ich bisher so einige linguistische Überraschungen und mein Glaube daran, dass jede Sprache gleich komplex ist, allerdings auf anderen Ebenen, hat sich mal wieder bestätigt.

Nichtlinguisten dürfen das Folgende guten Gewissens ignorieren!

Die arabische Aussprache und Orthographie sind glaube ich für Europäer etwas abenteuerlich, und jemand, für den sich „I’m thinking“ und „I’m sinking“ gleich anhört, wird total verloren sein. Es wird nämlich – sowohl in der Schrift als auch in der Aussprache – zwischen stimmhaftem, stimmlosem und emphatischen th unterschieden (gleiches gilt für s/z und t/d); außderdem gibt es zwei verschiedene Rs, ein k/g/q-Verschnitt, der pharyngal gebildet wird, mehrere andere emphatische Buchstaben/Laute, glottal stops, die auch im Schriftbild notiert werden können, und natürlich auch noch so ziemlich alle anderen Konsonanten, die das Deutsche auch hat, mit Ausnahme des p. Vokale gibt es drei lange (a, u, i), aber hier können die Zeichen für i und u gleichzeitig auch j und w (also der Halbvokal aus „wood“) darstellen. Außerdem ändern die Buchstaben ihre Form, je nachdem ob sie am Wortanfang, in der Mitte oder am Ende stehen, es gibt einen extra Buchstaben für die Femininendung und natürlich noch Verdopplungszeichen und andere Schreibvarianten, z.B. für das Wort Allah. Kurze Vokale (auch nur a, i, u) werden in der Regel nicht notiert, außer zum Lernen der Sprache und im Koran. Die Vokale a, e, i sind nicht so klar wie im Deutschen, i oder a können auch schon mal nach e klingen, und das u nach o, je nachdem in welcher Umgebung sie stehen.

Eigentlich wollte ich das Ganze mal noch im IPA nachschauen, hatte bisher aber keine Zeit, das sorgfältig zu machen.

Von der Grammatik her war es bisher noch nicht so kompliziert; es gibt nur drei Fälle (Nominativ, Genitiv, Akkusativ) statt vier, dafür existieren Singular, Dual (für zwei Personen) und Plural. Dinge werden in der Regel wie Frauen/Feminin behandelt (nicht sehr fortschrittlich ^^), Zeitformen gibt es auch nur zwei (Gegenwart und Vergangenheit) und für das Futur braucht man nur eine kurze Vorsilbe. Manchmal braucht man nicht mal ein Verb, um einen Satz zu bilden. ^^

Tiefer bin ich noch nicht in die Sprache eingedrungen, aber ein Hotelzimmer reservieren kann ich schon. ^^ Sollten noch weitere „weltbewegende“ Erkenntnisse dazukommen, werde ich sie euch natürlich mitteilen.

Permalink 2 Kommentare

Heimwärts

Juli 9, 2009 at 8:47 (Ausland) (, )

… geht es bei mir heute; genau genommen in anderthalb Stunden, dann mache ich mich nämlich auf den Weg zum Bahnhof.

Netterweise hat M., der heute zu allem Überfluss auch noch graduation hat (und dabei ist er in etwa ein Jahr jünger als ich… meh), angeboten, mich zu begleiten, damit ich den viel zu schweren Koffer nicht den ganzen Weg schleppen muss.

Ich hab besagten Koffer vorhin auch tatsächlich zu bekommen, nur habe ich jetzt furchtbar Angst, dass der schwerer als 32kg (das absolute Maximum) sein könnte, und ich kann wirklich nichts mehr raus tun… Ich hab gestern sogar aus Verzweiflung nochmal ein Päckchen gemacht; und M. hat mir versprochen, es morgen oder so zur Post zu bringen. Finde ich sehr gut. :-) Mein Handgepäck ist bis auf das Laptop (obviously) auch fertig, mein Zimmer geputzt und alles andere weggeworfen.Um viertel vor neun kommt dann noch der Porter, um das Zimmer zu checken, und dann kann ich den Schlüssel abgeben.

Geschlafen habe ich heute Nacht auch, aber, wie man dem Eintrag vielleicht anmerkt, weder sehr lange noch sehr gut. Ich war gestern Abend total nervös (vor allem wegen dem Koffer), und hab ewig gebraucht, um überhaupt in ne Art Halbschlaf wegzudämmern. Besonders tief war der auf keinen Fall, und weil ich Panik hatte, zu verschlafen, war ich natürlich mal wieder um fünf wach. Ich hab mich gezwungen, noch bis sechs liegen zu bleiben, und dann zu duschen, den Koffer fertigzumachen, etc. Nur essen konnte ich bis auf ein paar Erdbeeren und etwas Brot bisher nichts; ich weiß, dass ich eigentlich Hunger habe, aber mir ist auch die ganze Zeit schlecht. Und nachher auch noch Zugfahren, fantastisch. Ich sehe schon, vermutlich werde ich mich vor Frankfurt (also halb fünf Uhr nachmittags!) nicht dazu bringen können, wirklich was zu essen.

Manchmal bin ich froh, dass ich mein Leben nicht auf einem Schiff verbringen muss (natürlich nicht ein modernes ^^)… Schlafmangel, qualitativ eher minderwertiges Essen, und dazu das Geschaukel die ganze Zeit… ah. Die Moderne ist was tolles.

Motorräder gehören allerdings nicht zu den Erfindungen, die mich vor Freude hüpfen lassen. Ich hatte gestern mein erstes (und vermutlich letztes) Erlebnis dieser Art, als M. mich zum Kaffeetrinken in die Stadt mitgenommen hat. Uah. Ich kann mir vorstellen, dass es wesentlich weniger erschreckend ist, wenn man selber fährt und sich anständig festhalten kann, aber trotzdem. Ich bin mehr der Typ für Züge und Kutschen, und Autos, wenns sein muss. Auf ein Gefährt mit zwei Rädern, mit Ausnahme meines Klapperfahrrads, kriegt mich keiner.

Wenigstens hat M. das ganze mit einer sehr amüsanten Unterhaltung wett gemacht, und als dann folgende Sätze fielen (und ich angefangen habe, wie doof zu lachen), haben uns die Mädels am Nebentisch angeschaut, als ob wir blöd wären:

M: „You know, when I started uni I knew exactly what I wanted to do with my life [Kurze Zusammenfassung, hab ich mal weggelassen, da das zu viel Erklärung erfordert], now I’m not so sure any more. Seriously, I’d like to write books and name tortoises. Or sloths.“

Daraufhin habe ich ihn gefragt, ob ich die Erlaubnis bekomme, einen Charakter nach ihm zu benennen – und ich hab sie! ^^

Ah – und wer errät, auf was wir da angespielt haben (Du mein Freund zählst nicht, dir hab ichs ja schon erzählt ^^), der kriegt nen Kuchen. Oder Muffins. Oder was anderes, das ich zwar backen kann, aber nicht selber esse ;-)

Permalink 3 Kommentare

Päckchen

Juni 26, 2009 at 19:10 (Ausland) (, , , , )

Zu schleppen hat ja angeblich jeder welche, ich momentan aber eher mehrere. Und zwar im wörtlichen Sinne.

Grade war ich auf dem Postamt, zwei Kartons voller Bücher nach Hause schicken. Hier in meinem Zimmer ist nochmal ein Stapel, der gerne verschickt werden möchte, aber dazu muss ich morgen nochmal hin. Heute ists schon zu, und mir waren auch das Packpapier und die Kartons ausgegangen.

Sonst räume ich so langsam aber sicher alle Orte aus, an denen ich was vergessen könnte (Schrank, unterm Bett, Schubladen…), vor allem um mir einen Überblick zu verschaffen, was ich denn noch alles verschicken oder dann in meinen Koffer packen muss. Oder alle machen und wegwerfen ;-) Bisher klappt das ganz gut; Sorgen mache ich mir aber vor allem um meine Uniunterlagen (die ich zwar noch aussortieren, aber sicher nicht komplett wegwerfen will), meine Posterrolle mit dem Edinburgh-Stadtplan und diverese Notizbücher und Kleinkram. Das meiste davon ist eher schwer und sperrig, und ich befürchte, dass ich mit dem Koffer ein kleines Platzproblem bekommen könnte.

Und ich hab noch unglaublich viel Essen bzw. Zutaten, also Brühwürfel, Suppenpäckchen, Nudeln, Reis etc. übrig, keine Ahnung, ob ich das noch alle bekomme, bevor ich gehe. Werde vielleicht den Rest meinen Mitbewohnern vermachen. Mal sehen.

Permalink 3 Kommentare

Zitate VIII

Juni 15, 2009 at 20:05 (Words of the Week) (, , )

„Literature adds to reality. It does not simply describe it.“

C. S. Lewis

Permalink Kommentar schreiben

Zeit

Juni 15, 2009 at 15:46 (Gedanken) (, , , , , )

… ist relativ, wie so ziemlich jede andere physikalische Größe auch. Zumindest so weit ich das durchschaut habe.

Nun will ich nicht behaupten, dass ich das große Physik-Genie bin, eher das Gegenteil. In der Schule fand ich es immer eher langweilig, hatte meistens eine vier (außer in 12/13, aber da vermutlich auch nur dank meines netten Lehrers), und mein Grundlagenwissen ist mehr als lückenhaft.

Von Philosophie verstehe ich in etwa genauso viel; die einzigen Philosophen, deren Werke ich jemals ernsthaft gelesen habe, sind Seneca und Fichte, und beide nichtmal vollständig. Mein restliches Wissen stammt aus Auszügen, die wir in der Schule oder Uni gelesen haben (Hobbes, Mill, Kant, Montesquieu, …), und aus Sophies Welt. Aber wie Sophies Lehrer, dessen Namen ich leider vergessen habe, schon so richtig formuliert: Die Haupteigenschaft des Philosophen ist, sich zu wundern. Die Philosophen klettern an den Haaren des Kaninchens nach oben, um sich die Welt außerhalb des Zylinders anzuschauen.

Und genau das habe ich grade, mal wieder in der Badewanne der kreativen Ideen (TM) auch getan.

Wie gesagt, Zeit ist relativ. Zur zurückgelegten Strecke zum Beispiel. Oder zu den Dingen, die man in ihr erledigt hat. Manchmal auch zu den anwesenden Personen, Handlungen, Erlebnissen. Und hier, im Internet, zum ganz persönlichen Empfinden. Wenn ich meine Blogeinträge vor- oder nachdatiere betreibe ich ganz bewusst Dekonstruktion unseres kollektiven, trügerischen linearen Zeitverständnisses.

Als Historiker habe ich damit natürlich ein echtes Problem. Mit dem Verlust der Chronologie wird meiner ohnehin fragilen Wissenschaft der Teppich unter den Füßen weggezogen.

Weiß ich noch, wer was wann wie gesagt hat? Weiß ich das überhaupt? Kann ich sicher sein, dass Tacitus tatsächlich sine ira et studio schreibt? Oder Blogger x seine Erfahrungen nicht frei erfunden hat? Oder einfach zurückdatiert, und die Lücken füllt? Oder seine Zukunft festschreibt, noch bevor sie tatsächlich Realität geworden ist?

Und wer sagt eigentlich, was Realität ist?

……………………………………………………

Ich wusste schon immer, dass ich tief drinnen eine Romantikerin bin, und damit meine ich nicht, dass ich auf kitschige Liebeserklärungen, Rosamunde Pilcher und rosa Glückwunschkarten stehe. Etymologischer Fehlschluss, eindeutig.

Ich gehe jetzt weiter meine blaue Blume suchen.

Permalink 2 Kommentare

Aufräumarbeiten

Juni 12, 2009 at 21:51 (Ausland, Schreibseln, Uni) (, , , , , )

Ich komme voran, langsam aber stetig.

Mein Krimi vom letzten Samstag ist fertiggelesen (Montag Abend war ich fertig), mehrere Filme sind geschaut, etwas geschrieben hab ich auch und das neueste Buch zum Thema novelwriting ist zusammengefasst und schon wieder abgegeben. Daneben habe ich endlich das Regal mit den Navybüchern (Fachliteratur, keine Romane ^^) in der Unibib besichtigt, und auch gleich noch drei Überblickswerke mitgenommen, solange meine Karte noch gilt.

Und nebenbei habe ich (heute) noch den ausstehenden Bericht für das Baden-Württemberg-Stipendium geschrieben und gestern die lange überfällige Email an meinen Dozenten wegen der Dorian-Hausarbeit. Ich darf sie tatsächlich noch abgeben; mir ist so ein Stein vom Herzen gefallen, das glaubt ihr gar nicht! ;-)

Jetzt muss ich mich langsam aber sicher mit dem Schreiben voranarbeiten, aber das sollte schon klappen; ich fahre jetzt doch erst am 29. nach Bristol und habe eine Woche mehr Zeit in Leicester, in der ich machen kann, was ich will ;-)

So alles in allem bin ich grade sehr zufrieden, wenn nur die Kopfschmerzen vom langen am Schreibtisch sitzen nicht schon wieder wären. Manchmal hasse ich meine (krumme) Wirbelsäule.

Permalink 2 Kommentare

Lesen

Juni 6, 2009 at 22:57 (Gedanken, Literatur) (, )

… und das einen ganzen Nachmittag.

Etwa 130 Seiten habe ich heute schon geschafft, neben Wäsche waschen, Einkaufen, Briefe schreiben, Aufräumen und spätem Aufstehen. Das ist nicht viel wenn ich an mein früheres Lesetempo zurückdenke. Und es fühlt sich merkwürdig an.

Ich muss mich regelrecht zwingen, nicht andauernd das Buch wegzulegen und was anderes zu machen – und das, obwohl ich eigentlich nichts sonst dringend erledigen muss. Zumindest nichts, das nicht auch noch ohne Probleme bis morgen oder so Zeit hat. Komisch. Ich frage mich, ob ich allen erstes verlernt habe, Dinge zu tun, die mir wirklich Spaß machen, aber nicht für die Uni sind oder sonstwie eine Deadline haben. Zeit zu haben bin ich glaube ich nicht mehr gewohnt. Aber ich taste mich ran, zwei Stunden lesen am Stück habe ich schon geschafft. Wenn ich es jetzt noch hinbekomme, zu vergessen, wie lange ich schon lese, wäre das optimal. Mal schauen, ich arbeite dran.

Permalink 5 Kommentare

Nächste Seite »