Das Haus das Verrückte macht

Kennt ihr diesen alten Asterix-Zeichentrickfilm, in dem Casear dem Senat beweisen muss, dass die Gallier keine Götter sind? Als Nachweis für ihre Sterblichkeit müssen Asterix und Obelix zwölf Aufgaben, ähnlich denen des Herkules, erfüllen. Dabei ist auch eine Bürokratiehochburg… „Und dann brauchen sie da das grüne Formular, damit erhalten sie dann das rosane – hellblaue – braune – (insert random colour here) – und dann bekommen sie den Passierschein A 38.“

So komme ich mir auch manchmal vor.

Heute zum Beispiel war ich zum 3. Mal bei Hr. K., unserem Studienberater in Englisch, um besagtes (?) Formular fürs Bafög auszufüllen, weil ich meine ZP in Englisch ja noch nicht habe. Warten musste ich diesmal „nur“ eine halbe Stunde, und er war auch da. Als ich dann mal dran war, hat es auch nur drei Minuten gedauert und war überhaupt kein Problem. Aber voher war ich ja auch erst zwei mal umsonst da… da es aber morgen – falls das mit der ZP in Geschichte tatsächlich klappt, zu dem ganzen Bafögthema nochmal nen Eintrag geben wird, werde ich jetzt auch nicht weiter lamentieren.

Immerhin hab ich heut Abend auch noch meine Bestätigung bei Mr. D. (der Erasmusberater) geholt, damit ich mich ordnungsgemäß beurlauben kann. Eigentlich kein Problem, aber warum nur hat er mich gefragt, ob das nicht Hr. L. vom Auslandsamt machen muss – wo mir doch die Hilfskraft dort letzte Woche versichert hat, dass das auch der Erasmusberater machen kann… Versteh einer diese Organisation.Übrigens stand für seine Sprechzeiten im Internet 17-18 Uhr, in der Realität fängt die Sprechstunde aber erst um sechs an… ^^

Den größten Schock hab ich allerdings bekommen, als ich für mich, D. und L. Pädagogikscheine abholen gehen wollte… Nicht nur, dass ich die halben Ferien gebraucht habe, um herauszufinden, dass sich die Bibliothek des Instituts für Erziehungswissenschaft nicht etwa – wie der Rest der Büros, Sekretariate, usw. – in der Stadt in der Münzgasse (?) befindet, sondern in einem Seitenteil der UB mit gesondertem Eingang. Um zu dem zu gelangen muss man sich im Augenblick auch an diversen Löchern in der Wilhelmstraße und den dazugehörigen Baggern vorbeiquetschen und über einen Steg über die Ammer, der anscheinend seit heute Morgen für Fußgänger gesperrt ist. In besagter Bibliothek begegnet man dann einer unglaublich unfreundlichen, genervten Bibiotheksaufsicht, die außerdem keinerlei sinnvolle Informationen geben kann außer „Gugge se do, i hob damit nix zu dua“ (leider hab ich noch nicht rausgefunden, wie man hier Zeichen aus dem IPA einfügt, sonst wäre meine Transkription etwas exakter).“Do“ sind drei Zettelkästen, in denen sich geschätzte 2000 nicht abgeholte Pädagogikscheine befinden. Angeblich nach Seminaren und Anfangsbuchstaben der Nachnamen sortiert. Wenn man allerdings davon ausgeht, dass dem auch so ist, irrt man sich gewaltig. Ls. Schein hab ich noch relativ schnell gefunden, aber bei M (ihr Nachname), waren auch nicht so viele vorhanden. Bei meinem eigenen war es dann schon schwieriger – es ist ja zu viel verlangt, mich auch tatsächlich bei SCH (wenn es schon ein eigenes Fach gibt), einzusortieren. Ich stand bei S(allgemein). Bei D. wurde es dann ganz kompliziert. Schließlich gehören von den drei Zettelkästen ja nur zwei zusammen (einmal von A-Z), der dritte ist nochmal in sich selbst von A-Z sortiert. Außerdem waren in einem Kasten auch noch alle Namen mit F (wie bei D.) unter dem Schildchen für E einsortiert und umgekehrt. Zwei Scheine hab ich mit Logik gefunden (tatsächlich unter F bzw. fake-F (E)), den dritten im anderen Kasten, und der letze war doch tatsächlich unter D einsortiert. Da kann entweder jedmand kein Alphabet, oder keine Vor- und Nachnamen. Durch Zufall hab ich auch noch einen Schein für G. gefunden (der allerdings unter C stand und nicht unter B, wie er sollte) und weil ich schon mal da war, hab ich den auch gleich mitgenommen. Ich will anderen Leuten ja diese Tortur ersparen.

Und falls ihr da auch mal hinmüsst (ich hab leider noch drei Veranstaltungen bei den Pädagogen – hoffentlich alle im gleichen Semester) – sagt ja nicht, ich hätt euch nicht gewarnt!😉

Oh, ich hätts fast vergessen:

Heute kam wieder ein „netter“ Brief von der GEZ.

„Sehr geehrte Frau S.,

Sie teilen uns mit, dass ein Antrag auf Leistung nach Bafög gestellt wurde. Über diesen Antrag hat die zuständige Behörde noch nicht entschieden.

Vorsorglich beantragen sie schon jetztdie Befreiung von der Rundfunkgebührenpflicht nach Absatz XY. Sobald ihnen der Bewilligungsbescheid der zuständigen Behörde vorliegt, senden Sie uns bitte eine beglaubigte (!!! Anm. d. Verf.) Kopie des Bescheides mit dem beigefügten Antwortbogen. Wir werden dann über ihren Antrag entscheiden.

Sollte uns innerhalb der nächsten vier Monate die Entscheidung der zuständigen Behörde über die Gewährung der Leistung nach Bafög nicht vorliegen, gehen wir davon aus, dass diese Leistung nicht gewährt wurde. Ihr Antrag auf Befreiung wird dann wegen Fehlens der Voraussetzung abgelehnt.

Bis zur endgültigen Entscheidung über den Antrag auf Befreiung sind Rundfunkgebühren zu zahlen. Eventuell zu viel gezahlte Gebühren werden unaufgefordert erstattet.

Mfg

Südwestrundfunk (eine persönliche Unterschrift haben die auch nicht nötig).“

Ha ha. „Vorsorglich.“ Ich hab die letzten vier Semester Bafög bekommen, als ob sich das jetzt plötzlich ändern würde… ganz davon abgesehen, dass ich meinen neuen Bafögbescheid noch gar nicht habe, weil die dank der Erhöhung der Sätze erst ungefähr jetzt verschickt werden. Und ich bin ja pragmatisch bewandert genug, um zu erkennen, dass die Höflichkeit in diesem Brief genau an den Wörtern „bitte“ und „Sie“ hängt. Befehl in Form einer Frage, um mit Austin&Searle’s Speech Act Theory zu argumentieren. Und das, obwohl die GEZ faktisch eigentlich keine wirklichen Rechte hat. Aber ich bin der versteckten Höflichkeit ja auch mächtig… ^^ hier meine Antwort:

Sehr geehrte Damen und Herren,

laut Auskunft meines BAföGberaters wurden bzw. werden die Bescheide für den neuen Förderungszeitraum 2008/09 auf Grund einer Änderung der BAföGsätze dieses Jahr – an alle BAföGempfänger – erst gegen Mitte Oktober versandt. Eine fristgemäße Einreichung des neuen Bescheides zum 30. 9. war mir daher unmöglich. Deshalb bitte ich auch, obwohl es sich um eine vorläufige Befreiung handelt, von einem Einzug der Gebühren abzusehen. Sollten Sie dennoch von meinem Konto Gebühren einziehen, werde ich diese Abbuchung rückgängig machen lassen.

Bitte nehmen Sie hiermit ebenfalls zur Kenntnis, dass ich die von mir zu einem früheren Zeitpunkt erteilte Abbuchungsermächtigung hiermit zurückziehe.

Darüber hinaus möchte ich Sie informieren, dass ich mich ab Anfang Januar 2009 bis Ende Juli 2009 im Zuge eines Auslandssemesters in England aufhalten werde und meine Rundfunkgeräte in diesem Zeitraum nicht in Gebrauch sind.

Mit freundlichen Grüßen

Ich bin gespannt, was passiert, sollte ich tatsächlich bei der Studienstiftung genommen werden… das passt nämlich wieder nicht in deren Raster… ^^

Sorry für den elendslangen Eintrag, aber ich wollte euch das Ding von der GEZ einfach nicht vorenthalten ^^

M.

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3 Antworten zu Das Haus das Verrückte macht

  1. Antje schreibt:

    Bürokratie. Organisation. Und dann auch noch teils an der Uni. Das kann ja nicht gutgehen.😉 Bin ich froh, dass ich nix irgendwo an großen Fächern / Massenveranstaltungen/abfertigungen hab, da bleibt mir Scheinsucherei erspart, das müssen bei mir die Dozenten immer noch alle selbst in ihrem Schrank machen.😉
    Falls ich mal ne blöde Antwort für die GEZ brauchen sollte (hier im Wohnheim kommen die zum Glück anscheinend nicht anfragen😉 ), wend ich mich mal an dich, okay? Deine ist gut.😀

  2. blackcud schreibt:

    epic fail

  3. Amy schreibt:

    Hey, nicht aufregen, ich hab dir ja erzählt wa passiert ist als wir neulich versucht haben nen Termin bei Hr. G. von den Physikern zu bekommen: Da stand dann ein Schild von wegen „Sprechstunde immer Dienstags 13-14 Uhr C9 A38 +/- 2“.
    das C9 Ebene 9 heissen sollte da sind wir grad noch drauf gekommen aber es gab weder ein Zimmer A38 noch A36 noch A40. Dafür gabs A34 und A37 sowie P38, aber das war kein Büro sondern ein Praktikumsraum und die anderen zwei waren auch nicht die Zimer von Hr. G. …

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