Schneegedanken

Ich liebe Schnee. Habe ich das schonmal erwähnt? Vermutlich nicht. Tatsächlich spielt Schnee bei mir sogar literarisch eine Rolle, wie ich gestern Abend festgestellt habe, als ich mal wieder über meine bisherigen Textstellen zum TdM drübergelesen habe. Immerhin schneit es schon im zweiten Kapitel und es hört eine ganze Weile nicht mehr auf… ^^ Als ich etwa fünfzehn war, habe ich eine (zugegebenermaßen ziemlich kitschige) Liebesgeschichte geschrieben, so im Romeo & Julia-Stil, die ausschließlich im Winter spielt. Sie hieß Schneelaub. Ich habe keine Ahnung, was der Titel bedeuten sollte, aber ich fand, es klang gut. Na ja, ein Titel, von dem nicht mal der Autor weiß, was er heißen soll, taugt wohl nicht so viel – und die Geschichte bei realistischer Betrachtung auch nicht.

Was ich eigentlich schreiben wollte, ist, dass mich Schnee immer sehr zum Nachdenken anregt, weil ich sehr ruhig und gemütlich werde. Und in Tübingen schneit es schon seit gestern Mittag (nicht zum ersten Mal in diesem Jahr), seit gestern Abend bleibt es sogar bei uns unten (also nicht im WHO) liegen. Da ich mittlerweile auch wieder etwas Zeit zum Nachdenken habe, wollte ich endlich mal die Berichte über meine Aktivitäten auf den neusten Stand bringen. (Und ja, ich habe grade ganz bewusst das Wort „Update“ vermieden, nachdem ich neulich einen ziemlich guten Artikel über „Denglisch“ gelesen habe und sowieso meine Ausdrucksfähigkeit verbessern wollte ^^)

WARNUNG: Dieser Eintrag wird ab hier wohl ziemlich lang, deshalb geht es jetzt hier weiter:

1. Auslandsorganisation:

Vor ca 1,5 Wochen habe ich wieder Post aus England bekommen; schon wieder ein Einschreibeantrag, ein Antrag für einen Wohnheimsplatz und diverses Infomaterial. Das Verwirrende an dem neuen Einschreibeantrag (es ist ja nicht so, dass ich schon zwei ähnliche Formulare ausgefüllt hätte…) war, dass es da Felder mit den Titeln „Course Year (first or second)“ und „Course Title (e.g. BA Economics/Combined Studies/…)“ gab. Da das alles auf mich nicht zutrifft, hab ich mal wieder eine Mail an das Admissions Office geschickt und nach drei Tagen hatte ich die Antwort, die ich erwartet habe: „Simply write ERASMUS-Student, that’s enough for us“. Warum gibt es dann nicht noch so ein kleines Feld, wo man genau das ankreuzen kann? Ich bin doch sicher nicht die erste, die das Formular ausfüllt und verwirrt ist… Na ja. Immerhin habe ich meinen Hin- und Rückflug gebucht (ich werde wohl im Sommer noch bis zum 8. August Urlaub in Bristol bei meinem Paten und vielleicht auch in London machen – von dort fliege ich zurück) und für einen Wohnheimsplatz habe ich mich auch beworben (anschauen kann man sich das hier). Self-catered und ohne eigene Dusche, weil das am billigsten ist… immerhin umgerechnet mindestens 270 € im Monat. Das ist bei meiner momentanen, noch immer recht unsicheren finanziellen Situation relativ viel… Und damit bin ich auch schon bei Punkt zwei:

2. Finanzen und Stipendium:

Etwas, das mich momentan noch etwas nervt, ist die Finanzierung meines Auslandssemesters. Eigentlich bin ich ja schon seit Oktober bei der Studienstiftung aufgenommen, blöd nur, dass ich bisher immernoch nicht weiß, wie viel Förderung ich eigentlich bekomme. Und blöd auch, dass das Bafögamt mir schon mal provisorisch die Zahlungen gestoppt hat und jetzt noch auf nen entgültigen Aufnahmebescheid wartet, damit man mir ne Rückzahlungsaufforderung für November und Oktober schicken kann. (Ja richtig, grade ist Dezember und mein Geld stammt momentan von meinem Vater, weil mein Konto sonst schon seit zwei Wochen total leer wäre.) Jedenfalls ist das eigentliche Problem, dass auch die Auslandsförderung der Studienstiftung auf dem Inlandsförderungssatz beruht, den ich ja nicht habe. So weiß ich nicht, ob es sich lohnt, das Baden-Württemberg-Stipendium (für das ich die Annahmeerklärung schon im Juni unterschrieben habe…) und das Auslandsbafög, von dem ich auch noch keine Antwort habe, doch noch abzulehnen. Mit einer Förderung durch die Studienstiftung lässt sich das meines Wissens nach nämlich nicht verbinden. Blöd das. Ich fliege nämlich schon am 8. Januar, das könnte etwas knapp werden. Knapp werden könnte es auch bei Punkt drei und vier:

3. Computerprobleme:

Ich kann grade sehr gut mit B. mitleiden, ich habe nämlich grade auch kein Laptop. Nachdem das nämlich in den letzten Monaten der Ansicht war, dauernd aus heiterem Himmel bei so schwierigen Tätigkeiten wie Texte tippen und Emailprogramme öffnen abstürzen zu müssen (ganz davon abgesehen, dass ich es erst im September schonmal neu überarbeitet habe), habe ich es jetzt doch mal eingeschickt und hoffe, dass ich es bis Januar wiederbekomme. Wäre sonst ziemlich ungut. Im Augenblick arbeite ich mit A.s Laptop, ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk und sicher keine Dauerlösung. Momentan braucht sie es nicht so übermäßig viel (außer zum Musikhören beim Anatomielernen), aber ich muss ja auch noch 2,5 Hausarbeiten bis Januar fertigschreiben, da wäre ein eigener PC schon nicht schlecht. Selbst wenn ich alle Programme ers mal wieder neu installieren muss. Wenigstens hat sich mein Bruder dazu breitschlagen lassen, mir bis auf Weiteres seine externe Festplatte hier in Tü zu lassen. So muss ich meinen ganzen Kram nur einmal kopieren (und nicht auch noch wieder auf A.s Laptop rauf) und dann nur noch die paar Dateien wieder ersetzen, an denen ich rumgebastelt habe. Unterrichtsvorbereitung zum Beispiel.

4. Praxissemester:

Ich bin fertig. Na ja. Eine Stunde brauche ich noch, morgen. Das liegt aber auch nur daran, dass ich heute nicht nochmal Geschichte unterrichten konnte, weil der Lehrer es verpeilt hat und vergessen hat, dass ich heute kommen wollte. Am Dienstag hatten die ne Klassenarbeit, und heute und morgen steht Exkursion an. Blöd das. Meine Bilanz sieht jetzt so aus: 11 Stunden Geschichte, 12 Stunden Englisch und 8 Stunden Deutsch gehalten. Das ist mit 31 sogar eine mehr als ich brauche, aber ein Teil ist Klassenarbeits- und Übungsaufgabenaufsicht, was unter anderem daran liegt, dass meine Mitpraktikantin J. ja auch Deutsch und Englisch hat und mit dem Projekt nicht mehr so viele Klassen zum Unterrichten übriggeblieben sind. Egal, solange der Schulleiter und meine Ausbildungslehrerin sagen, dass es ok ist, soll es mir recht sein. Alles in allem fand ich die meisten Schüler und Kollegen sehr nett, mit ca 4 oder 5 Ausnahmen auf Schülerseite (die leider ganze Stunden und Klassen versauen können). Unterrichten ist auch ok, nur etwas schwieriger als als richtiger Lehrer, besonders da der Altersabstand zu den Schülern nicht so groß ist und weil man bei der Vorbereitung weniger Zugang zu gutem Material hat (was seeeehr viel Zeit kostet). Das mit dem Altersabstand vergessen übrigens auch die Lehrer manchmal (einige Schüler sind konsequenter beim Sie geblieben als manche Lehrer – immer auf nicht-gegenseitiger Basis, meine ich). Schon blöd, wenn man den Leher mit Sie anspricht, selber aber immer beim Vornamen und Du genannt wird… dann lieber richtig Du/Sie… Was mir aber immer wieder aufgefallen ist, ist das Schüler furchtbar langsam sind, zumindest die meisten, und nicht gerne lesen – auch die meisten. Und da hört dummerweise bei mir die Geduld langsam auf… Nicht, dass ich dann unfreundlich werde, aber ich fürchte, man kann es mir anmerken, dass ich irgendwann genervt bin…😦 Auch blöd. Am meisten hat mich aber gestört, dass ich immer schon von vornherein weiß, worauf eine Stunde mehr oder weniger (inhaltlich) hinauslaufen wird – und das verträgt sich ganz schlecht mit meinem Bedürfnis, selber Fragen zu stellen und weiter zu lernen. Na ja… dann eben noch eine Weile Uni, vielleicht wird mir dass dann doch irgendwann zu dumm ^^ Aber ich glaube es unter anderem deshalb nicht:

5. „Außerschulische Aktivitäten“ und Uni:

Ich muss zugeben, die letzte Woche und auch die diese hab ich meine wiedergewonnene Freizeit (die ich eigentlich für Tristan und Dorian aufwenden sollte) vor allem damit verbracht, mich mit Leuten zu treffen. Dazu gehören unter anderem Fachschaftssitzungen, Tanzen, stundenlanges Kaffeetrinken in der Brechtbaucafeteria und noch längeres Weihnachtsplätzchenbacken mit J. Genäht habe ich auch noch was, nämlich für A. und B. Aber Bilder gibt es erst, wenn die Päckchen in Japan angekommen sind. ^^ Außerdem war ich letzte Woche bei den European Open in Esslingen und Stuttgart – es ging immerhin drum, ob V. in meine Fußstapfen tritt und im Februar zur WM nach Athen fährt. Sie tut es.

Besonders gefreut habe ich mich allerdings, dass ich in das NDL II-Seminar, das A. und L. im Augenblick besuchen („Der Englische Schauerroman und die Schwarze Romantik“ oder so ähnlich – verbessert mich!) als Gasthörerin in die Stizung über Novalis kommen durfte… Ich bin hinterher wieder total euphorisch rausgegangen und hatte etwa vier neue Themen, mit denen ich mich mal näher beschäftigen möchte (unter anderem endlich tatsächlich mal mit der Philosophie der Aufkläurung und besonders Kant – und noch vieeel mehr mit Romantikliteratur). Neben den mindestens fünf anderen Ideen und diversen Textstellen, die mein Hirn in den letzten paar Wochen mangels Auslastung ausgespuckt hat. Eine Hausarbeit (NDL II – Literatur und ihre Medien, über lesende Helden im Roman des 18. Jhds am Beispiel Werther und Wilhelm Meisters Lehrjahre) hab ich auch feritg geschrieben, und viel über Dorian, die noch zu schreiben ansteht, nachgedacht. Irgendwie fallen mir ständig neue „Forschungsgebiete“ ein…

6. Abschließendes:

Als kleiner Ausblick: die nächste Woche werde ich wohl – abgesehen von PäPsy, von dem ich am Di die letzte Sitzung habe – mit diversen Weihnachtsfeiern und Kistenpacken verbringen. Ich muss ja meinen ganzen Kram wieder zu meinen Eltern bringen, damit G. auch ein bewohnbares Zimmer hat, wenn er im März aus Australien zum Auslandssemester kommt. ^^ Sehr praktisch (und das war es auch, was ich weiter oben noch vergessen hatte, zu sagen…).

Was sonst noch zu schreiben bleibt:

– ein Eintrag über PäPsy und Fachdidaktik und was wir da Sinnvolles (?) gemacht haben

– endlich mehr zum Scheiben an sich

– unbedingt was über Theater, da war ich nämlich ziemlich oft ^^

– meine Abenteuer mit der GEZ (es geht noch weiter!) und Ähnliches

– sonstigen Orgakram und alles, was ich grade vergessen habe, weil es zu spät ist.

So long and thanks for all the fish

M.

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2 Antworten zu Schneegedanken

  1. BlacKcuD schreibt:

    oha. das les ich im zug fertig. ganz schöner brocken text

  2. Antje schreibt:

    Da es mich irritiert hat, dass ich den Titel selbst grad nicht mehr wirklich wusste, hab ichs nachgeschaut: „Die Ästhetik des Schauerromans und die ‚Schwarze Romantik'“ nennt das Seminar sich.🙂
    Mich macht Schnee leider nicht kreativ, nur kalt *an tee klammer*, aber andererseits hätt ich da ja auch gar keine Zeit für.😉
    Mein Beileid übrigens auch schonmal zum bevorstehenden Umzug😉 , mir graut es jetzt schon davor, wenn ich im April hier raus muss…

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