Umlaute sind schon schwer…

… hab ich grade so festgestellt.

Sitze nämlich gerade in der Unibib, da ich etwas Zeit habe, bevor ich mit den Italienern Mittagessen gehe (und danach ist der Essay dran). Die Tastatur ist englisch, was ich ja auch eigentlich nie für ein Problem gehalten habe. Liegt aber vielleicht daran, dass ich bisher darauf immer englische Texte verfasst habe (LJ Einträge eingeschlossen). Und die enthalten keine Umlaute und auch kein scharfes/Dreierles-S. Aaah.

Wenn es um Deutsch geht, werde ich hier dauernd gefragt, was dieses „komische Ding das aussieht wie eine drei“ eigentlich soll, und ich muss zugeben, die Antwort fällt mir schwer. Ich kann sprachgeschichtlich genau erklären, wo es herkommt (nennt sich Ligatur, aus dem alten, langen s das aussieht wie ein f ohne Strich, verwendet am Wortanfang und im Wort, und dem kurzen s wie wir es kennen, am Wortende), aber ob es irgendwelche logischen Verwendungsregeln gibt, weiß ich nicht genau und bezweifle es ehrlich gesagt auch. Dazu erscheint mir die Verteilung von ss und ß einfach zu willkürlich. (Eigentlich wollte ich grade random schreiben, aber nachdem ich heute morgen meinen Essay über Anglizismen geschrieben habe, hab ich mir vorgenommen, etwas sorgfätiger mit meiner (geschriebenen) Sprache umzugehen.) Und ich bin mir sicher, die „Rechtschreibreform“ (sprachwissenschaftlich ein Witz an sich und etwa 150 Jahre hintendran) hat dazu ihr Übriges getan. Menschen vorzuschreiben, dass sie Mayonaise (ein Wort dass schon seit geschätzt mindestens fünfzig Jahren in Deutschland in Gebrauch ist) neuerdings Majonäse (!!) schreiben sollen, ist etwa so sinnvoll wie das Bestreben mancher englischer Wissenschaftler im 19. Jahrhundert, die mehr oder weniger willkürlich Buchstaben in schon vorhandene englische Wöter eingefügt haben, um sie mehr lateinisch klingen zu lassen. Ja klar.

Ich meine, ich finde es auch toll, dass im Deutschen Rechtschreibung und Aussprache in den meisten Fällen übereinstimmt – aber bei offensichtlichen Fremdwörtern muss ich das doch nicht erzwingen? Vor allem, wenn die schon Jahre anders in Gebrauch waren und die meisten Menschen das Wort einfach anders/in der Originalversion schreiben? Und Computer schreibt doch auch keiner Kompjuter? In dem Fall passt sich sogar eher die Aussprache an die Schreibweise an, würde ich sagen.🙂

Na ja, genug des Geschwafels… dieser Text hat jetzt schon genug äs, üs, ös und ß – und langsam wird das ewige Kopieren anstrengend.

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2 Antworten zu Umlaute sind schon schwer…

  1. Antje schreibt:

    Ich war in England immer faul und hab dann ae, oe, ue, ss geschrieben. ^^ Brav, dass du dich bemühst!
    Wobei ich finde, dass „random“ so eins der Worte ist, die man einfach nicht richtig übersetzen kann. Ich hab nen Jahr immer wieder auch mit anderen nach ner Übersetzung gesucht und es dann sein gelassen. Es hat so schöne Konnotationen!
    Oh, wo wir grad bei Sprachkram sind – mein Word kennt „konnotieren“ nicht. Aber das kommt trotzdem in meine B.A.-Arbeit rein. Wenn es das nämlich wirklich noch nicht gibt, sollte es nämlich schleunigst eingeführt werden! Was sagt man denn sonst dazu? mitschwingen, mitbedeuten? Passt in die meisten Sätze schon gar nicht rein, weil dann die Struktur total kompliziert würde. *abschweif*
    Montag kann ich übrigens hoffentlich endlich den Potter-Schein abholen. Der war gestern dann nämlich doch noch nicht da. *rolleyes*

  2. liathlann schreibt:

    Na ja, zu Hause an meinem Laptop ist das ja auch kein Problem, da hab ich ja alles was ich brauche… Und die meisten Blogeinträge und Sachen auf deutsch allgemein schreib ich ja auch zu hause. Ich merk allerdings, wie die englische Groß/Kleinschreibung mich im Deutschen verwirrt, und das ist schlecht…😉

    Doch, ich glaub schon, dass „konnotieren“ ein normales Wort ist… Mein Word hat schon ganz andere Wörter als nicht-existent angezeigt, auch englische, und ich war mir hundertprozent sicher, dass die existieren😉 „Metrum“ kennt Open Office zum Beispiel auch nicht, oder „fiktional“… Na ja, Sprache ist halt wandelbar, und Morphologie/Neologismen kann Word eben nicht ^^

    Und ja, random ist ein tolles wort, besonders da man automatisch eine Doppelbedeutung bekommt, wenn man es benutzt. Unsere Internetverbindung hier im Wohnheim zum Beispiel ist random – weil die Stärke der Verbindung schwankt, und die Schnelligkeit, und manchmal gehts gar nicht. Aber ner bestimmten Struktur, z.b. langsamsein nachmittags, wenn viele das Netz benutzen, gibt es auch nicht😉

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